Meine Erste Gitarre – PRS Custom 22 Nachbau

Die Entscheidung eine Gitarre zu bauen zu wollen ist gefallen. Doch wie geht man das Ganze an.

Wo bekommt man die Maße und Schablonen her? Soll ich viel Geld dafür ausgeben und dann gelingt der Bau doch nicht? Fragen über Fragen kamen mir in den Sinn. Schlussendlich entschloss ich mich dafür das Geld für Pläne und Schablonen zu sparen und hab mich im Internet dran gemacht Daten über die Custom 22 zu suchen. Mit der Hilfe von Foreneinträgen, freien Plänen und Fotos der Gitarre, ist es mir gelungen alle benötigten Maße zu finden und eine Schablone in einem CAD Programm zu zeichnen.

Aus der Zeichnung fertigte ich eine Schablone aus Sperrholz für den Hals und den Korpus an. Nun war alles Bereit zum Fräsen.

Doch fehlte noch das Holz. Nach einiger Suche im Internet bin ich auf ebay auf Tonholzhändler gestoßen die Hölzer für den Bau von E-Gitarren angeboten haben. Die Wahl viel auf einen Mahagoni Body mit Ahorn Decke sowie einen Mahagoni Hals mit Palisander Griffbrett.

Nach ein paar Tagen der Ungeduld sind die Hölzer endlich bei mir eingetroffen. Sofort machte ich mich ans Verleimen. Verleimt wurden der Mahagoni Korpus mit einer normalen Ahorn Decke und darauf nochmals eine Riegelahorn Decke um die benötigte Dicke für eine Wölbung der Decke mit Natur Binding zu erreichen.

Am Nächsten Tag startete das Ausfräsen der Kontur mit Hilfe der Oberfräse und der gebauten Korpus Schablone. Pickup Ausnehmungen und Halstasche wurden vor dem Ausfräsen noch mit einem Forstnerbohrer vorgebohrt. Weniger Material = Schönerer Abtrag des Fräsers.

Für die leicht gewölbte Decke hab ich Höhenlinien am Korpus aufgezeichnet und diese dann Treppenförmig ungefähr aus dem Korpus gefräst. Die Entstandenen Treppen wurden mit Hobel, Exzenter und Ziehklingen verschliffen und abgerundet.

Nächste Baustelle: Griffbrett. Eigentlich wollte ich Dot Inlays einbauen. Doch ein PRS Klon ohne Bird Inlays ist nur die Halb so schön. Also auf die Suche nach Inlays gemacht und wiedermal auf Ebay gefunden was ich suchte. Zwar nicht Original vom aussehen her aber Vögel *ggg* Oberfräsen Aufsatz für den Dremel besorgt es konnte los gehen. Viele Stunden später konnte die Inlays mit Epoxy und Schleifstaub eingeklebt werden. Einen Tag Später der Überschüssige Kleber mit einem Radius Schleif Klotz (bei mir waren es 10°) geschliffen werden und das bundierbereite Griffbrett war zu sehen. Eine Kritische Arbeit weniger.

Nebenbei hab ich auch angefangen den Hals mit der Kopfplatte zu verleimen und auszuschneiden. Danach hab ich noch mit der Oberfräse den Kanal für den Halsstab ausgefräst. Alles gut gelaufen. Nun konnte das Das Griffbrett aufgeleimt werden.Über den Halsstab gab ich ein dünnes Klebeband damit kein Leim in den Halsstab gelangen kann während des Leim Vorganges.

Als nächsten Schritt machte ich mich an das Halsprofil. Hierzu hab ich vorher einige Youtube Videos sowie Foren durchstöbert um dies richtig hin zu bekommen. Nach ein paar Testhölzern machte ich mich an das Originale Mahagoni. Und siehe da, einfacher als gedacht. Nach dem Feinschliff kam schon das erste Gitarrenfeeling auf 🙂

Nun kam die nächste Bauchweh Arbeit… das Bundieren. Hab mir beim großen T fertigen 24 Teiligen Bund Draht gekauft. Die Bundschlitze wurden mit Superkleber gefüllt und der Bund Draht mit einem Kunststoffhammer eingeschlafen. Durch die Wiederhacken an den Bünden bleiben diese recht Gut im Holz. Nur sollte man den ersten Schlag gut erwischen. Sonst kann es passieren das der Bund aus dem Schlitz springt und Holz ausreist. Nachdem alle Bünde gesetzt wurden, hab ich den Überstand mit einer Bündigschneider Zange abgelegt. Scharfe Kanten wurden mit einer Feile und Schleifpapier geglättet.

Nun stand ein Großer Tag bevor… Die Hochzeit. Der Hals wurde in den Korpus eingeleimt. Alle Fehler die hier passieren, können nicht mehr korrigiert werden.
Nach vielen Stunden des Wartens konnte ich nun endlich prüfen ob die Hochzeit erfolgreich war…. und siehe da… Ja 🙂

Als nächstes hab ich die Bünde mit einem Schleifblock abgerichtet und poliert und ein erster Test Zusammenbau folgte. Natürlich auch wurde die Gitarre gleich spielbereit gemacht und nach ein paar Stunden ertönten die Ersten Klänge der eigenen Gitarre. Ein wirklich sehr schöner Moment. Wollte das Ding gar nimmer weg legen 🙂

Nach ein paar Tagen wurde die Gitarre wieder zerlegt und das Beizen und Lackieren begann. Hatte vorher auf Holzstücken schon ein paar Test Beizungen und Lackierungen durchgeführt und somit wusste ich die Richtung schon wo die Reise hingeht. Zuvor wurde die Oberfläche der Gitarre noch etwas gewässert und verschliffen damit keine Holzfasern nach dem Beizen auftauchen.

Die Beizung ließ ist 3 Tage trocknen damit auch das ganze Wasser schon verschwinden konnte. Dann wurde in summe 7 Schichten 2K Klarlack mit der Pistole aufgetragen. Immer wieder wurde zwischen geschliffen. Zum Schluss noch alles poliert, die Pickup Taschen mit Shielding Lack eingepinselt und alles zusammen gebaut.

Fertig war das Grüne Monster 🙂

FAZIT: Der Bau der Gitarre hat sich auf jeden Fall gelohnt. Klanglich wirklich super. Bautechnisch hab ich viel gelernt. Natürlich ist die Gitarre nicht perfekt geworden, aber
ich denke das kann man von der ersten Gitarre auch nicht erwarten. Von Klang und Verarbeitung bin ich für mein erstes Gitarrenprojekt auf jeden Fall sehr zufrieden!

 

Modell: Custom 22 Nachbau Holz Korpus: Khaya Mahagoni
Gewicht: 3,7 kg Holz Decke: Riegelahorn – AAA
Neck PU: PRS HFS Bass Holz Hals: Khaya Mahagoni
Bridge PU: PRS HFS Treble Holz Griffbrett: Indischer Palisander
Bridge: Schaller 3D-6 Bunddraht: Dunlop 6140
Mechanik Schaller M6 Farbe: Grün (Clou Wasserbeize)

 

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